Wie man seine Arbeitsleistung als Designer hoch halten kann

Es gibt Zeiten, da wächst einem die Arbeit förmlich über den Kopf. Nachtarbeit ist angesagt. Aktuell ist es 22:15 Uhr, und ich werde wohl noch zwei, drei Stündchen im Büro sitzen müssen. Da hilft nur eins – Kaffeekonsum extrem!

Aber wenn man so etwas schon macht, dann doch bitte auch mit vernünftigem Kaffee. Seit Kurzem ist – ich erwähnte es an anderer Stelle schon – die Hannoversche Kaffeemanufaktur mein Kunde. Einige Tage länger beziehe ich schon meinen Kaffee daher. Aktuell ist mit dem India Verde ein fair gehandelter Bio-Espresso in meinem Vollautomaten, den es im Kaffee-Shop derzeit nur im Espresso-Probierpaket gibt (im Laden in der Liepmannstraße natürlich auch einzeln). Probieren ist für Kaffeeliebhaber Pflicht!

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Handgerösteter Spitzenkaffee aus Hannover, Update

Die Hannoversche Kaffeemanufaktur in der Liepmannstraße 21 in Hannover-Limmer röstet Spitzenkaffees von Hand und besonders schonend - das Ergebnis ist atemberaubend.

Die Hannoversche Kaffeemanufaktur in der Liepmannstraße 21 in Hannover-Limmer röstet Spitzenkaffees von Hand und besonders schonend – das Ergebnis ist atemberaubend. Inhaber Andreas Berndt achtet persönlich darauf. Wer’s nicht glaubt, kann es ausprobieren kommen: werktags zwischen 14 und 18 Uhr und samstags zwischen 10 und 18 Uhr ist geöffnet.


Anfang Mai war ich von einem befreundeten Unternehmer zu einer Kaffeeverkostung in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur eingeladen. Bei Facebook schrieb ich dazu: »Ich habe seit Jahren keinen besseren Cappuccino getrunken. Abgesehen davon habe ich unfassbar viel über Kaffee und seine Herstellung und Zubereitung gelernt – und jetzt habe ich keine Lust mehr auf Kaffee aus der Industrie.

Fürs Büro hatte ich mir ein Päckchen Espresso mitgenommen. Kein ganz billiges Vergnügen, denn 250 Gramm kosten 6,30 Euro. Aber die unglaubliche Qualität schmecken selbst absolute Laien wie ich und selbst dann, wenn der Espresso von einer eher durchschnittlichen Kaffeemaschine zubereitet wird. Auch die Kollegen im Büro spürten, dass dieser Kaffee besonders ist – nach nicht einmal einer Woche waren die Bohnen sowas von weg, dass man es nicht glauben mag. Normalerweise dauert es fast doppelt so lange, bis 250 g verbraucht sind. Also habe ich neuen Espresso geordert, nun aber die fair gehandelte Bio-Sorte (denn ich habe nun einmal normalerweise genau so etwas, siehe hier). Diese Bio-Sorte habe ich mir heute im Ladengeschäft in Hannover-Limmer abgeholt – sie ist, genau wie die Standard-Sorte, unfassbar lecker.

Die Hannoversche Kaffeemanufaktur versteht sich also hervorragend aufs Kaffeerösten – aber für eine eigene Marketingabteilung ist der Familienbetrieb viel zu klein. Gleichzeitig fehlt ihr der Bekanntheitsgrad, der ihr eigentlich aufgrund der Qualität zusteht. Besonders in den sozialen Netzwerken hapert’s enorm. Statt Tausender Fans etwa sind es auf der ein Jahr alten Facebook-Seite (Stand heute) gerade einmal 220. Entsprechend gering ist die Reichweite, die die Manufaktur erzielt. Nach einem kurzen Gespräch waren sich der Inhaber der Manufaktur, Andreas Berndt, und ich uns einig – ich betreue ab sofort die Aktivitäten des Familienbetriebs in den sozialen Medien wie Facebook. (Bei der Gelegenheit: Seien Sie doch so nett und verteilen Sie ein »Like« für die Kaffeeröster.)

Die Hannoveraner können den Kaffee natürlich im Ladengeschäft in der Liepmannstraße 21 in Hannover-Limmer, aber auch in vielen Edeka-Filialen der Stadt erwerben. Für die nicht-Hannoveraner ist der Webshop des Betriebes da. Ausprobieren lohnt sich – und das sage ich nicht deshalb, weil die Hannoversche Kaffeemanufaktur jetzt mein Kunde ist.

Update:
Die Hannoversche Kaffeemanufaktur hat einen eigenen YouTube-Kanal. Dort findet sich ein Einblick in die Arbeitsweise.

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Seminar: »Auf in die Selbstständigkeit!«

Ins kalte Wasser springen? (Foto: sassi  / pixelio.de)

Ins kalte Wasser springen? (Foto: sassi / pixelio.de)


Am 10. Mai bietet die Leibniz Universität Hannover eine Veranstaltung für Promovierende der Graduiertenakademie in Zusammenarbeit mit starting business. Es geht um den Sprung in die Selbstständigkeit. Ich bin einer der drei Referenten.

Während des Studiums (manchmal auch schon davor) stellen viele Studierende fest, dass sie eigentlich gerne selbstständige Unternehmer wären. Manche wagen – Achtung, es folgen Metaphern aus dem Schwimmbad – den Sprung ins kalte Wasser, um Schwimmen zu lernen, machen dabei manchmal einen Bauchklatscher oder holen sich ein Paar nasse Füße, manche aber bekommen auch eine letale Lungenentzündung oder saufen ab und tauchen nie wieder von ihrem Schwimmexperiment an der Oberfläche auf.

Die Leibniz Universität Hannover bietet einige Maßnahmen an, um den Sprung ins Wasser so angenehm wie möglich zu machen und bei den ersten Schwimmbewegungen zu helfen. Sie spielt also ein bisschen den freundlichen Bademeister. Für eine besondere Veranstaltung, deren Zielgruppe Promovierende sind, holt sich der Bademeister drei externe Schwimmlehrer dazu, von denen einer ich bin. Auf der Website heißt es zu uns: »Drei Erfolgsgeschichten erzählen Ihnen Existenzgründer unterschiedlicher Fachkulturen aus ihrer eigenen Perspektive.«

Ich erzähle dabei, wieso ich mich selbstständig gemacht habe, wie ich das gemacht habe, welche Steine mir in den Weg gerollt sind und welche Förderungen ich bekam. Außerdem werde ich ein wenig dazu erzählen, was man unbedingt beachten sollte, wenn man sich selbstständig macht – Dinge, die ich nicht beachtet hatte und worüber ich mich heute ärgere, weil es einfach vermeidbare Fehler waren.

Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet und freue mich auf die Fragen meiner Schwimmschüler. Vielleicht gibt’s am Ende ja ein Seepferdchen für die Badehose.

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In Arbeit: Neues Corporate Design

In der vergangenen Woche habe ich ein Großprojekt, das mich die letzten Wochen und Monate in Atem gehalten hat, in der Druckerei abgeben können. Es handelte sich dabei um die Gestaltung einer 92-seitigen Zeitschrift für die IG BCE. Bislang hat mich noch niemand wegen irgendwelcher technischer Probleme angerufen, daher gehe ich davon aus, dass es auch keine gibt.

Nun habe ich aktuell noch einige kleinere Projekte umzusetzen, etwa die Gestaltung von mehreren Plakaten für das chinesische Restaurant Nanking.

Da gerade Schulferien sind und sich meine Studierenden des b.i.b. International Colleges Hannover gerade in der Praxisphase befinden und somit keinen Unterricht haben, habe ich gerade ein bisschen Zeit.

Zeit, mein eigenes Corporate Design zu überarbeiten und somit die eigenen Marketing-Unterlagen aufzuwerten, denn bekanntlich haben Schuster die schlechtesten Leisten. Seit Freitag arbeite ich daher, nachdem ich mir über Art und Umfang der Modifikationen an meinem Unternehmensauftritt klar geworden bin, zunächst einmal an meiner neuen Website.

Den Relaunch des neuen Corporate Designs plane ich noch im ersten Halbjahr 2013, als Startpunkt dient die neue Website. Eins sei schon vorab verraten: Auch wenn ich nun eine klassische Website aufbaue, das Blog wird nicht verloren gehen.

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Werbung: Weiß Marlboro eigentlich, was es da tut?

Im Kino. Das Licht geht aus. Rotes Licht flutet durch den Saal. Schroffe Felsen, karge Landschaft. Wilde Pferde galoppieren mit schäumenden Mäulern durchs Bild. Dann kommt er: der männlichste aller Männer. Der Mann. Er trägt einen Stetson und schwingt das Lasso, fängt einen der Mustangs ein, ringt ihn zu Boden, bindet ihn. Dann ist alles wieder gut. Abendlicht bescheint die Szenerie. Der Mann kocht sich auf dem Lagerfeuer in einer verbeulten Blechkanne einen dampfenden Kaffee. Großaufnahme vom flammenbeschienenen Gesicht. Der Mann steckt sich eine Zigarette an. »Come to Marlboro Country«, lädt eine markante Stimme ein, und wir wissen: An der Seite dieses Mannes kann uns nichts passieren.

Seit 1954 ritt der Marlboro Man durch den Wilden Westen – er ist eine Ikone der Werbegeschichte. Wenn nicht gar die Ikone. Dann ließ Philip Morris – der Konzern hinter der Marke – die Figur mir nichts, dir nichts einfach fallen und startete eine verwirrende Kampagne: »Don’t be a Maybe«, stand da. Und: »Be Marlboro«. Hä? Sei kein Vielleicht? Sei Marlboro? Ist mein Englisch doch schlechter als gedacht? Weitere Motive lauteten auf die Slogans »Maybe never wrote a song« (»Vielleicht schrieb niemals ein Lied«?) »Maybe will never be her own boss« (»Vielleicht wird niemals ihr eigener Chef sein«?) oder »Maybe never fell in Love« (»Vielleicht hat sich nie verliebt«?). Neben den Texten wurden stets junge Leute gezeigt, die entweder komplett hoffnungslos schienen (z.B. die Motive »Don’t be a Maybe«, »Boss«) oder die das komplette Gegenteil darstellten (etwa »Song«, »Love«, aber auch »Maybe never learnt to fly« und »Maybe never feels free«). Was denn nun? Unterstützung des Textes oder dessen Konterkarierung? Schon wieder Verwirrung.

Zunächst mal die Auflösung zum Begriff »Maybe«. Ein »Maybe« ist umgangssprachlich jemand, der zu allem »vielleicht« sagt. Ein Zauderer, der keine Entscheidungen treffen mag. Wie Philip Morris auf die Idee kommt, derartig komplexes Englisch in einem Land zu verwenden, das schon an erheblich einfacheren Englisch-Aufgaben in der Werbung scheitert, ist mir ein Rätsel. Ich selbst spreche ein ganz gutes Englisch und verstehe es noch besser, doch zur Erläuterung dieses Claims musste ich tatsächlich eine kanadische Verwandte befragen. Was machen all jene, denen weder gute Englischkenntnisse noch muttersprachliche Verwandtschaft zur Verfügung stehen?

Die Guerilla-Reaktionen von Adbustern kamen übrigens recht schnell. Plakate wurden mit mehr oder weniger fantasievollen Phrasen überklebt, besonders schön finde ich »Maybe you should go fuck yourself« (etwa: »Vielleicht solltet ihr uns am Arsch lecken«).

Noch schneller kam Kritik. Nicht so sehr inhaltlicher (»Das versteht doch keiner!«), sondern juristischer Natur. Denn (hallo Werber, aufgemerkt!) Tabakwerbung darf nicht so geartet sein, dass Jugendliche und Heranwachsende zum Konsum von Tabak verleitet werden, sprich: Dieser Personenkreis darf sich durch die Werbung nicht angesprochen fühlen.

Das Design der Kampagne allerdings war recht frisch und in jedem Fall attraktiver für junge Leute als der wettergegerbte Mittvierziger mit den ewig dreckigen Klamotten und der Kuhscheiße unter den Sohlen. Darum musste Philip Morris die Kampagne in Deutschland stoppen.

Jetzt ist mir in Hannover ein neues Plakat von Marlboro aufgefallen, und nun weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Hatte ich schon vorher nicht verstanden, weshalb Philip Morris die Werbeikone gegen die Allerwelts-Motive der »Maybe«-Kampagne austauschen musste, so bleibt mir hier ob der Einfallslosigkeit die Spucke weg.

Marlboro, neue »Maybe«-Kampagne

Das Bild ist unter schlechten Beleuchtungsverhältnissen mit einem iPhone entstanden – bitte entschuldigen Sie die üble Qualität.

Ich will gar nicht mal auf die unglaublich schlechte typografische Arbeit eingehen (die mich so sehr aufregt, dass ich darüber einen eigenen Artikel schreiben könnte), sondern auf das Bildmotiv. Ich nehme an, dass es sich bei den grünen Blättern um Tabak handeln soll. Da ich aber in meinem Leben noch keine Tabakpflanze gesehen habe (und so wird es den meisten in Deutschland Lebenden gehen), könnte es sich was mich betrifft auch um Lorbeer handeln. Lorbeer sieht nämlich ungefähr so aus. Das weiß ich, denn ich habe Lorbeer in meiner Küche.

Was will mir diese Werbung also sagen? »Neu! Marlboro kommt jetzt endlich ohne Zusätze, dafür mit echtem Geschmack – nämlich dem von Lorbeer. Sei kein Zauderer!«

Ich sag mal so: EPIC FAIL.

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