Um einen Überblick über den aktuellen Corporate-Publishing-Markt zu bekommen, habe ich eine ganze Reihe meiner Bekannten aus den unterschiedlichen Branchen gefragt, ob sie mir – so vorhanden – die Mitarbeiterzeitung und die Kundenzeitschrift ihres Unternehmens zuschicken könnten. Ich erhielt zunächst einmal eine Reihe interessanter Reaktionen. Die sind teilweise derart interessant, dass ich sie hier nach und nach und kommentiert – natürlich anonymisiert – mit aller an Corporate Publishing interessierten Welt teilen möchte.
Etliche Unternehmen, das ist die erste Lehre aus dem regen Mailverkehr, besitzen überhaupt kein Periodikum für die Belegschaft. Ehrlich betrachtet ist das oft auch einfach nicht erforderlich – wenn die ganze Belegschaft mitsamt ihren Grünpflanzen in drei Büroräume hineinpasst (davon ein Chefzimmer), macht man eben einmal die Woche ein Frühstück, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen und durch Klatsch und Tratsch das Betriebsklima zu verbessern. Leider verzichten aber auch etliche Mittelständler auf die interne Kommunikationsform der Firmenzeitung und die damit einhergehende, hervorragende Möglichkeit der Mitarbeitermotivation. Das Unverständlichste jedoch trat bei einem Leading Player der Immobilienbranche zutage. Hier wurden die regional von der jeweiligen Unit in Eigenregie, viel Engagement und Einsatz der Freizeit hergestellten Blätter eingestampft und durch ein zentrales Blatt für alle knapp 7.000 Mitarbeiter ersetzt. Der Bekannte, der dort arbeitet, schreibt mir: “Unsere bundesweite Zeitung ist gefüllt mit ausschließlich guten Nachrichten und Lobeshymnen. Aber siehe selbst. Bin gespannt auf deinen Kommentar…” Der geneigte Corporate Publisher fasst sich an den Kopf.

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