Was kann peinlicher sein?

Es gibt offizielle Werbemaßnahmen von Unternehmen, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind. Dazu gehört zum Beispiel dieser Werbespot, in dem sich der heutige Vorstandsvorsitzende des größten Softwarekonzerns der Welt, Steve Ballmer von Microsoft, öffentlich mit überschlagender Stimme für ein überflüssiges Programm (damals war es noch eins) namens “Windows” blamiert:

Würden Sie diesem Herrn einen Gebrauchtwagen abkaufen? Nein? Ich würde nicht einmal sein 99-Dollar-Vehikel fahren wollen, wenn er mir den PC dazugegeben hätte. Das war ein Fern-seh-spot! Der lief im Fernsehen! Na gut, er stammt aus der Frühzeit der PC-Industrie. Schwamm drüber. Trotz des Bausparkassen-Sakkos und der fiesen Krawatte, die am Hals nicht so richtig vom Kragen bedeckt werden will. Was ist das überhaupt für ein Kragen??

Aber lassen wir uns nicht von Äußerlichkeiten ablenken, sondern reden wir weiter über Blamagen. Steve Ballmer ist ganz groß darin, sich zu blamieren. Das wissen wir spätestens, seit eine interne Motivationmaßnahme versehentlich (oder auch nicht) das Unternehmen als Videomitschnitt verlassen hatte und in die Öffentlichkeit gelangt war. So etwas kann schon ganz schön peinlich sein:

Erneut die Frage: Würden Sie diesem Herrn einen Gebrauchtwagen abkaufen? Dann fand ein weiteres internes Microsoft-Video seinen Weg ins Internet. Es war, wenn ich mich recht entsinne, von der Inhouse-Designabteilung Microsofts erstellt worden, um den erbsenzählenden Marketingchefs klarzumachen, weshalb Microsoft einfach keine coole Marke werden wird, egal, wie viel Geld man in Coolness investiert.

Beispiele wie diese findet man wohl viele bei YouTube. Den vorläufigen, traurigen Höhepunkt in Sachen interner Unternehmenskommunikation bei Microsoft findet man in diesem Video, in dem die eigene Belegschaft von den Vorzügen des Trauerspiels “Windows Vista” überzeugt werden soll.

In typischer Microsoft-Manier wird mal wieder gnadenlos kopiert, in diesem Fall das Bruce-Springsteen-Video “Born in the USA”. Die kopieren ja eh immer alles. Schriften (Helvetica wurde zu Arial), Benutzeroberflächen von Betriebssystemen… Moment – sagte ich gerade, Microsoft sei dafür bekannt, gnadenlos Betriebssysteme zu kopieren? Dieses vorschnelle Urteil muss ich natürlich nach Genuss dieses Videos von David Pogue (New York Times) revidieren:

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About Gero Pflüger

Elf Jahre lang, davon lange in Führungspositionen, war ich als Grafiker bei einem europaweit tätigen Finanzdienstleister beschäftigt und dort zuständig für den Firmenauftritt. Seit 2007 bin ich selbstständiger Berater für Corporate Design in Hannover.
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