Ehrung durch die DLRG

Vor ein paar Jahren kam ein Bekannter auf mich zu. Ob ich ihm ein paar Tipps geben könne, wie man am besten für einen gemeinnützigen Verein eine Mitgliederzeitschrift macht. Wir redeten ein bisschen darüber, schauten uns an, was der Verein bot, erdachten uns ein redaktionelles Konzept und skizzierten dann den ästhetischen Rahmen.

Noch während dieses ersten Gesprächs kam mein Bekannter (ohne mein Zutun übrigens) zur Einsicht, dass das Niveau, das ihm vorschwebte, mit Bordmitteln wie Word & Co. unerreichbar war. Etwas zerknautscht saß er da, denn natürlich wussten er und ich, dass er sich für dieses Projekt einen professionellen Grafiker nicht würde leisten können. Schließlich fragte er: “Was würde das denn kosten?” Ich nannte ihm einen Preis. Er schluckte. Wir gingen auseinander.

Tags darauf kalkulierte ich, was für einen Preis ich nehmen müsste, um lediglich meine Kosten zu decken. Dann überlegte ich eine Strategie, wie sich das Heft mit Anzeigen gegenfinanzieren ließe und errechnete die entsprechenden Anzeigenpreise. Eine Viertelseite, so entschied ich, würde ich selber abnehmen. Dauerhaft.

Ich rief meinen Bekannten an und erläuterte ihm die mögliche Finanzierung. Schweigen am anderen Ende. Dann ein tiefes Seufzen. Das Magazin “LeineRetter” war geboren. Der Verein, für den mein Bekannter damals Leiter der Öffentlichkeitsarbeit war, ist die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Bezirk Hannover-Stadt.

Seitdem erscheint der “LeineRetter” drei- bis viermal im Jahr – für mich so eine Art Hobbyprojekt. Da die Autoren keine gelernten Texter sind, wirkt der Stil gelegentlich ein wenig holprig – das schleife ich dann ein wenig rund. Dazu kommen dann noch hier und da kleinere Beratungsleistungen, die ich der Gemeinnützigkeit der DLRG wegen nicht weiter in Rechnung stelle. Kurz: Ich buttere im Prinzip bei jeder Ausgabe Geld dazu, ganz konkret auch in Form einer Anzeige, die die Druckkosten überschaubar machen, und um die eine oder andere Anzeige habe ich mich auch schon gekümmert.

Dass ich Geld dazulege kümmert mich nicht weiter: Die DLRG hat eine wichtige Funktion für unsere Gesellschaft, und wenn sie mit meinem kleinen Produkt wieder einige neue Mitglieder werben und so ihre Funktion besser ausfüllen kann, dann leiste auch ich irgendwie indirekt meinen Dienst am Gemeinwohl.

So viel zur Vorgeschichte.

Etwas überraschend – ich bin kein Mitglied der DLRG – bekam ich Ende Dezember die Einladung zur Bezirkstagung. Man wolle sich einmal auch offiziell für meinen Einsatz bei mir bedanken.

Heute nun fand die Bezirkstagung statt, und ich rechnete eigentlich mit einer Flasche Wein. Stattdessen verlieh man mir “für besondere Verdienste” das Verdienstzeichen in Bronze – die vierthöchste Auszeichnung, die die DLRG überhaupt zu vergeben hat. Ich war, gelinde gesagt, etwas von den Socken.

Die Ehrenurkunde empfing ich aus den Händen des DLRG-Landesverbandspräsidenten Hans-Jürgen Müller, die Nadel heftete mir Bezirkschef Torsten Heuer ans Revers. Und alles nur, weil ich ein bisschen helfe.

Mit Verlaub – ich bin schon ein wenig stolz.

Ehrenurkunde Verdienstzeichen in Bronze der DLRG
Ehrennadel der DLRG in Bronze

Kommentare

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About Gero Pflüger

Elf Jahre lang, davon lange in Führungspositionen, war ich als Grafiker bei einem europaweit tätigen Finanzdienstleister beschäftigt und dort zuständig für den Firmenauftritt. Seit 2007 bin ich selbstständiger Berater für Corporate Design in Hannover.
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3 Responses to Ehrung durch die DLRG

  1. Tom says:

    Kannst Du auch sein! Glückwunsch, Gero.

    Da zeigt sich, dass Engagement sich lohnt und, dass immer was zurück kommt, wenn man etwas gibt. Ich glaube auch stets an Teilen und Geben und bilde mir ein, dass das irgendwann auf mich zurückschlägt. Oft bleibt es dabei, aber es hat mich noch nie davon abgehalten, es trotzdem immer wieder zu tun.

  2. Silencer says:

    Das finde ich großartig! Herzlichen Glückwunsch!

  3. Pingback: /cd:blog. | Bloggerei zu Corporate Design » Was ist der Unterschied von Corporate Identity und Corporate Design?