Wieso ich kein Corporate Design mehr mache

Wer nach der Überschrift zu diesem Artikel erwartet, ich sei zu der Erkenntnis gelangt, dass entweder bäh oder pfui sei, dass ich deshalb oder aus ethisch-moralischen Gründen nie wieder etwas mit Corporate Design zu tun haben wolle und stattdessen lieber verlasse, um in der Toskana Töpferkurse zu geben, der täuscht sich gewaltig.

Das Gegenteil ist der Fall: Corporate Design ist nicht nur das, was dem Kunden hilft, sich am Markt klar von Mitbewerbern abzusetzen und ihm in allen Belangen des Marketings dient. Corporate Design macht mir darüber hinaus auch noch einen Heidenspaß. Ich ziehe einen Großteil der Motivation für meine Arbeit und eine große persönliche Befriedigung daraus. Einen überzeugenden visuellen Unternehmensauftritt für kleine und mittelständische Unternehmen zu entwickeln ist mir eine Herzensangelegenheit, denn ich bin der festen Überzeugung, dass es Unternehmen mit einem gut gestalteten Äußeren langfristig besser geht als Unternehmen, denen diese (scheinbaren) Oberflächlichkeiten egal sind. Und wenn dann auch noch Unternehmen aus der Region Hannover von meiner Arbeit profitieren, ist mir als Lokalpatrioten das erst recht Recht.

Dennoch mache ich kein Corporate Design mehr. Zumindest schon seit fast zwei Wochen nicht. Der Grund dafür ist 53 Zentimeter lang und knapp drei Kilogramm schwer: Mein Sohn Adrian ist am 9. April auf die Welt gekommen, und seitdem ist nichts mehr wie es vorher war. Die Woche nach der Geburt blieb ich daheim bei Frau und Kind – ich fand es einfach wichtiger, mich stundenlang mit dem Säugling auf dem Arm reglos in den Sessel zu kauern und die Glückstränen hinfortzublinzeln und gemeinsam mit meiner Frau die ersten Wickelversuche zu meistern, als mich um Farben, und zu kümmern. Glücklicherweise waren alle meine aktuell betreuten Kunden derselben Meinung und besaßen die Großzügigkeit, mir diese für mich, meine Frau und meinen Sohn so wichtige Zeit zu schenken.

Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Liebe Kunden: Ihr seid super.

Seit zwei Tagen bin ich nun wieder im Büro – und etwas überfordert mit der Bearbeitung von fast 600 Gratulations-E-Mails. Ich sage hier, auch im Namen meiner Frau, pauschal schon einmal danke für all Eure und Ihre Glückwünsche. Ich bitte um Entschuldigung, wenn nicht alle Gratulanten eine persönliche Antwort bekommen – ich schaffe das einfach nicht. Denn ab heute will ich wieder für meine Kunden da sein und richtig arbeiten. Und zwar – natürlich – an einem Corporate Design.

Adrian Pflüger

Kommentare

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About Gero Pflüger

Elf Jahre lang, davon lange in Führungspositionen, war ich als Grafiker bei einem europaweit tätigen Finanzdienstleister beschäftigt und dort zuständig für den Firmenauftritt. Seit 2007 bin ich selbstständiger Berater für Corporate Design in Hannover.
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3 Responses to Wieso ich kein Corporate Design mehr mache

  1. Pingback: Tweets die Wieso ich kein Corporate Design mehr mache | /cd:blog. | Bloggerei zu Corporate Design erwähnt -- Topsy.com

  2. Thorsten "photoThorsten" Schnurawa says:

    Meinen superherzlichen Glückwunsch, so wie es aussieht hast du da in Kooperation mit deiner Frau ein zukunftsweisendes Design hinbekommen :-)

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