Wer Corporate Design macht wie ich, der hat zwangsläufig mit Schriftarten zu tun. In Drucksachen lässt sich typografisch alles machen, was man möchte und was die Software hergibt (auch wenn man auf genau das besser verzichtet). Im Internet ist es jedoch lange Zeit quasi unmöglich gewesen, extravagante Schriftarten zu verwenden – man musste sich als Web- oder Corporate Designer entweder darauf verlassen, dass der Website-Besucher die gewünschten Schriften auf seinem Rechner hatte oder man begnügte sich mit den sogenannten Core-Fonts (zu denen Arial, Verdana und Times New gehören). Eine weitere Alternative war, die Seite mit Bildern vollzuballern, auf denen Schrift zu sehen ist. Diese Bild-Schriften sind jedoch nicht durchsuchbar – ein echter Nachteil für die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Letzte Alternative: Flash. Mit all dessen Nachteilen und Mängeln, angefangen von Voraussetzung eines Plugins bis hin zur Stabilität.
Das ändert sich gerade. Nach und nach kommen immer mehr Webfonts in den Formaten TrueType, OpenType und WOFF auf den Markt. Die speziell für das Web angepasste Schrift wird auf einem Server installiert und von dort in den Browser des Users geladen. Der Broswer des Users muss diese Technik (es handelt sich um die @font-face-Regel aus CSS3) lediglich unterstützen. Apples Safari, Googles Chrome, Firefox und sogar der schreckliche Internet Explorer von Microsoft können das. Auf iPhone und iPad funktioniert es noch nicht so richtig, aber man ist da wohl dran.
Meine eigene Hausschrift ist die wunderbare FF Meta von Erik Spiekermann. Sie habe ich mit nur wenigen Zeilen Code auf dieser Seite eingebunden. So bringe ich schließlich diesen Aspekt meines eigenen Corporate Designs ins Web.
Auch andere Unternehmen können (und sollten) profitieren und das Corporate Design endlich auch typografisch im Internet fortsetzen. Die Kosten, die dabei entstehen, sind eher gering – in meinem Fall musste ich die Schriften für den Webgebrauch lizenzieren (das läuft als Abo – die Meta kostet unter 50 Euro pro Jahr) und zwei Stunden Zeit investieren. Der Gewinn lässt sich hingegen schwer beziffern – auf jeden Fall sieht die Seite nun viel, viel besser aus als mit dem üblichen Arial,Verdana,sans-serif.
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