“Mal ist der eine oben, mal ist der andere unten.” Mit diesem Spruch hat mein Vater stets versucht, mich zu trösten, wenn ich als Kind an einem Preisausschreiben mitgemacht und mal wieder nichts gewonnen hatte. Entsprechend frustriert stellte ich dann auch meine Bemühungen ein, jemals etwas zu gewinnen (besonders, nachdem ich mit 18 Jahren oder so feststellen musste, dass die meisten Preisausschreiben eh nur dazu dienen, meine Adresse zu bekommen).
Nun aber begab es sich vor drei Tagen, dass der den meisten meiner Leser bekannte Mitgründer und ehemalige Chefredakteur des Grafikmagazins PAGE und jetzige Vorstand der FontShop AG, Jürgen Siebert, in seinem Fontblog die provokante Frage Gibt es sportliche Schriften? stellte:
Seit Freitag suche ich nach sporttauglichen Schriften. Morgen werde ich hier im Blog ein buntes PDF mit 15 Sport-Fonts veröffentlichen. Bevor ich das tue, möchte ich gerne die Fontblog-Leser fragen, welche Schrift sie sich im Sport wünschen oder mit welcher sie zum Beispiel einen Verein typografisch inszenieren würden.
Mein erster Gedanke war: die Crillee. Schon bei meinem Erstkontakt mit ihr in den 1990ern fand ich diese Schrift schauderhaft. Aber sie lässt sich gut auf Entfernung lesen und die fiesen Häkchen (Serifen sind das wohl eher nicht) vermitteln genau jene Art der Dynamik, die einen entfernt an die goldenen Zeiten der sowjetischen Trainingsmethoden in der Leichtathletik erinnern, wo sich die Damen nicht nur die Zähne, sondern auch das Gesicht rasieren mussten, um nicht selbst dem Laien als gedopt aufzufallen.
Da die Fontblog-Leser dazu aufgefordert worden waren, einen Kommentar zu hinterlassen, tat ich das und brachte die Crillee an den Start. Dann verließ ich die Seite und dachte nicht weiter drüber nach.
Ein paar Stunden später erhielt ich von Twitter die Meldung, dass mir Jürgen Siebert nun folgen würde.
Noch ein paar Stunden später meldete mir Google Analytics, dass ich vom Fontblog massiv Besucher erhielte. Hallo an dieser Stelle an alle!
Was war – bis dahin unbemerkt von mir – geschehen? Jürgen Siebert hatte aus dem Artikel nachträglich ein Gewinnspiel gemacht:
Das Spiel gefällt mir. Ich möchte Volltreffer gerne belohnen. Wer also eine Schrift gewählt hat, die auch morgen in meinem PDF auftaucht, bekommt ein Buch, eine Fachzeitschrift oder einen Kalender von mir zugesendet … das Typodarium 2011 zum Beispiel. Aber Achtung: Jeder hat nur einen Schuss.
Und was passiert? Ich – ich! – gewinne. Und dann auch noch das geniale Typodarium für 2011 (Link zu Amazon). Und heute früh trudelte es bereits mit der Post ein. Ich kann nur noch staunen. Danke, danke, danke! Und der Vollständigkeit halber möchte ich auch noch auf den finalen Artikel verweisen, um dessen Vorbereitung es mit der Ursprungsfrage schließlich ging. Er heißt “Sport und Typografie” und findet sich im allseits empfehlenswerten Fontblog.


Das freut nun wieder das Team vom Verlag Hermann Schmidt Mainz, wo das Typodarium erschienen ist und wir wünschen viel Spaß mit dem Typodarium 2011 und ein Jahr voller Hauptgewinne! Herzlich Karin Schmidt-Friderichs
Vielen Dank! Von Ihrem Verlag habe ich ohnehin das halbe Programm im Regal stehen – und ich empfehle Sie regelmäßig weiter, denn hohe Qualität und die unternehmerische Bereitschaft, das Wirtschaftliche der Gestaltung unterzuordnen (“Pachanga” kann nicht wirtschaftlich sein, aber es ist soooo schön! ) muss belohnt werden.