Testbericht: DCS-Book CMYK Professional

Das Farbreferenzbuch »DCS Book CMYK«, das in einer Zusammenarbeit der grafipress GmbH Karlsruhe und FOGRA München entstanden ist, ist ein praktisches und sehr praxisorientiertes Nachschlagewerk für Gestalter, Druckereien und Interessierte. Mithilfe der enthaltenen Farbtafeln lassen sich gewünschte oder gesuchte CMYK-Farbwerte exakt ermitteln und ablesen.

Die ausführliche Gebrauchsanweisung sowie ein umfassendes Vorwort zum Thema Farbe, Farbwiedergabe und Druck sind in deutsch, englisch, französisch und spanisch verfasst und kommen fein säuberlich zusammen mit den Farbtafeln in einem sehr hochwertigen Ringordner mit 6-fach-Mechanik. Zum Schutz vor aggressiver UV-Strahlung, die ein Verblassen und ein somit nicht mehr exaktes Ermitteln der Farbwerte zur Folge hätte, wird der Ringordner in einem stabielen Lichtschutzschuber geliefert. Die Maße des Nachschlagewerkes betragen 39 Zentimeter in der Breite und 33 in der Höhe. Dadurch, dass ein Papier für den Innenteil des Werkes mit einer Grammatur von 135 g/m² gewählt worden ist, summieren sich die zahlreichen Seiten auf ein beachtliches Gesamtgewicht von gut sechs Kilogramm, die das Buch sehr schwer und ein wenig unhandlich machen. Mitgeliefert werden zusätzlich noch zwei Kärtchen aus Karton in Schwarz und einem neutralen Grau. Diese Kärtchen weisen eine quadratische Aussparung auf, die die Größe eines Farbfeldes einer Farbtafel hat. Was es damit auf sich hat – dazu unten mehr.

Grundlegende Einsatzmöglichkeiten

Die Abkürzung »DCS« steht für Digital Color System. Das Buch soll als Übersetzungshilfe zwischen analogen Druckprodukten und der digitalen Welt dienen, in der Grafikdesigner heute ihre Produkte gestalten. Die Farbfelder des DCS-Books zeigen, welche Farbe sich für eine bestimmte Kombination von CMYK-Tonwerten ergeben, wenn der Druck mit Standardbedingungen auf ein doppelt gestrichenes Bilderdruckpapier erfolgt. Ob dieses matt oder glänzend gestrichen ist spielt dabei keine Rolle. Für die farbliche Übereinstimmung ist es nicht relevant, wie die Rasterfeinheit, der Rasterwinkel, die Druckplatte, Druckmaschine oder Papiersorte beschaffen sind. Wichtig sind die Druckkennlinien und die Farbsorten.

In den meisten grafischen Anwendungen kann man an jeder Stelle des Designs die CMYK-Werte mit einer Farbpipette abfragen. Wenn der Monitor hochwertig und korrekt kalibriert ist, sollte er theoretisch dieselbe Farbe wie das DCS-Book zeigen. Das zugehörige Farbfeld lässt sich dann leicht in den Farbtabellen finden. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit von additivem und subtraktivem Farbmodell ist eine genaue Übereinstimmung von Monitor- und Druckfarben allerdings nicht möglich – der Monitor leuchtet von selbst, egal ob im Hellen oder im Dunklen, das Papier muss hingegen angeleuchtet werden und reflektiert erst dann seine Farben. Wegen dieses technischen Problems wird der übliche Einsatz des DCS-Buches wohl eher im reinen Printbereich zu finden sein.

Doch ein kleiner Standardfall im Grafikdesign zeigt, wozu das Buch in der Lage ist: Ein Kunde kommt mit seiner Visitenkarte oder seinem Briefkopf tippt auf einen Farbton im Logo und sagt: »Das ist meine Hausfarbe.« Jetzt gilt es herauszufinden, welche Zusammensetzung die Farbe auf dem Papier hat. Und hier kommt das DCS-Book ins Spiel. Mit seiner Hilfe lässt sich schnell herausfinden, wie man den Farbton des Kunden Farbe digital anlegen muss, damit er im Offsetverfahren auf dem Druckpapier erzeugt werden kann. Jetzt legt man eine der beiden dem DCS-Book beigelegten Kartonmasken mit der Aussparung auf ein Farbfeld des Buchs und legt den Referenzfarbton vom Briefpapier des Kunden daneben. Dadurch, dass durch die Kartonmaske umliegende Felder ausgeblendet werden, lassen sich die Farbtöne besser miteinander vergleichen, ohne das Auge zu irritieren.

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Aufteilung der Farbtafeln

Die Farbtabellen sind so aufgebaut, dass als erste Farbe oben links weiß gezeigt wird. Nach und nach werden dann in jeweils 5-Prozent-Schritten 5 Prozent der Farben Magenta, Cyan und Schwarz hinzugegeben. Ab einem Farbwert von 50 Prozent erfolgt die Farbzugabe in 10-Prozent-Schritten. Nachdem man bei einem Farbwert von 100 % Cyan, 100 % Magenta und 100 % Schwarz angelangt ist wird erst Yellow beigemischt. Die Beimischung von Yellow erfolgt, wie auch schon bei den vorherigen Farbwerten in 5-Prozent-Schritten; ab einem Farbanteil von 50 Prozent Yellow wieder in 10-Prozent-Schritten.

Sehr bunte Farben schlägt man am besten zuerst in jenem Teil des DCS-Book nach, der ohne Schwarz gedruckt ist (K=0). Anschließend sieht man auf den entsprechenden Tafeln mit ansteigendem Schwarzanteil nach, ob dort nicht auch dieselbe Farbe gefunden werden kann. Pro Seite sind 256 Farbkästchen abgebildet. Summiert kommt man im gesamten DCS-Book auf 65.536 Farbreferenzen.

Zu diesem großen DCS-Book gibt es noch zwei kleinere von grafipress – eines für gestrichene Papiere, eines für ungestrichene Papiere. Die beiden aus der Mini-Edition sind nicht ganz so ausführlich wie die große Ausgabe, dürften aber für die meisten Grafikdesigner eine hervorragende Hilfe sein. Alle drei Werke werden regelmäßig aktualisiert und in neuen Auflagen herausgebracht.

Fazit

Wer großen Wert auf exakt ermittelte Farbwerte legt und benötigt, für den ist das DCS-Book CMYK Professional sicherlich eine sinnvolle Anschaffung. Für etwa 150 Euro bekommt man dieses Buch beim Hersteller oder bei Amazon. Bei der Farbermittlung und der Farbfindung kann es sich als große Hilfe erweisen. Bei häufiger Benutzung bietet dieses Buch zudem auch noch einen angenehmen Nebeneffekt: einen durchtrainierten Bizeps.