Auf Wiedersehen bei geropflueger.de!

Vor zehn Jahren, am 1. Januar 2007, startete ich mein Unternehmen, »pflüger : kreativ ackern.«, mit dem ich zunächst einen Bauchladen an Grafikdesign-Dienstleistungen (Print) anbot. Später verengte sich mein Fokus auf die Entwicklung von Corporate Design und größeren Publishing-Projekten.

Doch spätestens seit der Wirtschaftskrise, die 2009 begann, bekam ich zu spüren, dass mit Print-Design zukünftig kein Blumentopf mehr zu gewinnen sein würde – meine Agentur war zu klein, um interessante Budgets zu gewinnen.

Expandieren kam jedoch nicht infrage, weil mir schon bei Gründung meines Betriebs klar war, dass die klassische, mittelgroße Werbeagentur spätestens in ein paar Jahren mausetot sein würde. Denn das Internet ist extrem disruptiv. Kunden haben längst begriffen, dass flexible, projektbezogene Gruppen aus Freelancern erheblich effizienter und preiswerter arbeiten können als die starren Strukturen von Werbeagenturen. Letztere klammern sich noch an ein paar Strohhalme, aber nicht nur die mittelgroßen Agenturen streichen Stellen und räumen ganze Etagen. Selbst einstmals führende Agenturen wie Springer & Jacoby gehen pleite. Und wer in die kleinen Projektgruppen hineinkommen will, der konkurriert häufig genug mit Crowdsourcing-Plattformen, mit deren Preisen ich weder mithalten kann noch mithalten will.

Ich musste mir also überlegen, wie die Zukunft meines Unternehmens aussehen würde.

Seit 1995 – mein erster Tag am eigenen Mac (ich hatte ein 28 kBit/s-Modem eingebaut) war mein erster Tag im Internet – kenne ich soziale Medien, damals in Form des Usenet und Foren. Als ich zusammen mit einem Freund im März des Jahres 2000 die noch immer existierende und mittlerweile vermutlich sogar weltweit umfangreichste Spieleseite für den Apple Macintosh (und natürlich auch iOS-Geräte wie iPhone und iPad), macinplay.de, gründete, war selbstverständlich ein Forum dabei. (Später haben wir es wegen der für Website-Betreiber zunehmend unsicher werdenden Rechtslage in Deutschland wegen abgeschaltet.)

Das Usenet, Internet-Foren, Mailinglisten – das sind die Vorfahren von Facebook & Co. Soziale Medien sind eine zweite Haut für mich. Ich fühle mich darin wohl und ich durchschaue die Mechaniken sehr schnell. Und ich bin überall recht früh dabei: Seit bereits 2006 bin ich Mitglied von Facebook und XING (damals hieß das noch openBC), seit 2009 nutze ich Twitter; die Facebook-Fanpage für macinplay.de gibt es schon seit 2009, die für »pflüger : kreativ ackern.« seit 2010. Und irgendwann bekam ich meinen ersten zahlenden Kunden, der mich eine Facebook-Seite aufbauen und für ihn betreiben ließ – und das mit spürbarem Erfolg, nämlich 20 Prozent mehr Umsatz.

Das war der Moment, bei dem sich bei mir ein Schalter umlegte und mir die existenziellen Sorgen nahm, die ich mir aufgrund der Entwicklung des Grafikdesign-Marktes machen musste. Seither konnte ich viele meiner Grafikdesign-Kunden davon überzeugen, auch eine Facebook-Präsenz und ein Blog einzurichten. Und es benötigen sehr viele Unternehmen mangels Kompetenz und/oder mangels Ressourcen Unterstützung im Social Web. Das zieht sich durch bis in die Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik, Stichwort Neuland.

Hier kann ich unterstützen, hier kann ich helfen – und hier kann ich auch meinen Lebensunterhalt verdienen. 2013 beschloss ich daher, mein Unternehmen neu auszurichten und nach und nach das geliebte Grafikdesign aufzugeben und stattdessen die ebenso geliebte Social-Media-Arbeit aufzubauen. Als ich 2014 mit meinem Unternehmen von der Stiftstraße in die Hohenzollernstraße umzog, war das der Startschuss: Das Projekt geropflueger.de lief an. Ich hörte auf, aktiv neue Grafikdesign-Projekte zu akquirieren und fokussierte mich stattdessen auf Leistungen im Online-Marketing-Bereich.

Die Transformation meines Unternehmens ist jetzt abgeschlossen. Ab 2017 – genau zehn Jahre nach Gründung meines Unternehmens – werde ich keine grafischen Dienstleistungen mehr offerieren, sondern ausschließlich strategische Beratung im Online-Marketing anbieten, Mitarbeiter von Unternehmen mit Kompetenzen im Social Web ausstatten und die operative Arbeit von Unternehmen mit sozialen Medien übernehmen.

Ich freue mich auf diese neue Aufgabe, die für mich ja so neu gar nicht ist. Dennoch hat die Transformation Auswirkungen, zum Beispiel auf diese Website – hier wird nichts mehr aktualisiert werden, statt dessen wird meine gesamte Aktivität auf geropflueger.de stattfinden. Die Facebook-Seite von »pflüger : kreativ ackern.« werde ich in den nächsten Wochen löschen, ebenso werde ich den Twitter-Account @p_ka deaktivieren. Im gesamten Social Web bin ich einheitlich unter geropflueger zu finden – egal, ob auf Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn oder Snapchat.

Diese Seite jedoch nehme ich nicht vom Netz, weil mein Blog täglich Dutzenden Lesern Wissen vermittelt, etwa mit der Beitragsserie Was kostet Corporate Design?.

Mit den bestehenden Blog-Artikeln, die größtenteils sogenannter »Evergreen-Content« sind, wünsche ich allen Lesern viel Spaß und großen Erfolg. Wir sehen uns drüben auf geropflueger.de!